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So tricksen die Händler bei den Black-Friday-Aktionen

Schnäppchen oder Lockvogelangebot? Diese Frage müssen sich Shopper diese Woche besonders oft stellen, denn Händler tricksen am Black Friday.

 

 Rote Rabattschilder, Sales-Countdowns und stündliche Sonderaktionen: Detail- und Onlinehändler überbieten sich gegenseitig mit Spezialangeboten. Der Höhepunkt der Rabattschlacht wird der Black Friday am 23. November sein. Doch Experten mahnen zur Vorsicht: Nicht jeder Rabatt ist auch ein Schnäppchen. Mit diesen Tricks versuchen Händler, ihren Kunden ein 

Mondpreisvergleich

Bei vielen Sonderangeboten ist angegeben, wie hoch der Preis vor der Reduktion war. Das nennt sich Ankereffekt, wie Christian Weibel, Experte für Preispsychologie an der Hochschule Luzern (HSLU), zu 20 Minuten sagt. «Experimente haben gezeigt, dass der Ankerpreis völlig willkürlich gewählt sein kann», so Weibel. Konsumenten würden sich trotzdem daran orientieren, auch wenn das Produkt auf dem Markt gar nicht so viel kostet. Solche Preise werden oft als Mondpreis bezeichnet, weil sie so nirgends auf der Erde zu finden sind.

 

Tiefpreisgarantie 

Ein klassischer Trick ist es, einen Artikel mit sogenannter Tiefpreisgarantie anzubieten: Falls der Kunde den Artikel nach dem Kauf irgendwo günstiger findet, erstattet der Händler ihm die Differenz. «Die meisten Kunden sehen das und denken, dass es sich wohl um den besten Preis auf dem Markt handeln muss», sagt Tilman Slembeck, Wirtschaftsprofessor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, zu 20 Minuten. Darum prüft die Grosszahl der Konsumenten die Preise bei der Konkurrenz gar nicht. Selbst wenn der Händler das Produkt über Marktpreis verkauft und ein paar Kunden die Differenz zurückfordern, kann er mit diesem psychologischen Trick viel Gewinn auf Kosten der Konsumenten machen.

 

Zeitdruck 

Warnungen wie «Nur noch wenige Exemplare verfügbar» oder «Deal endet in einer Stunde» verlocken Konsumenten, impulsiv zuzugreifen. Davon sollen sich Kunden nicht beeinflussen lassen und vor dem Kauf unbedingt einen Preisvergleich machen, allenfalls noch vor Ort per Handy, wie Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch zu 20 Minuten sagt. Zudem komme es gerade bei kleineren Händlern vor, dass es auch zwischen Black Friday und Weihnachten noch einmal eine ähnlich gute Aktion für das eine oder andere Produkt gebe. Wer sich nicht sicher ist, muss also nicht unbedingt schon einen Monat vor Weihnachten zugreifen, auch wenn die Händler oft so tun, als wäre die Gelegenheit einmalig.

 

Markierungen 

Ausser den Rabattschildern sind Produkte auch noch mit allen möglichen anderen Labels markiert – diese Woche etwa mit prominenten Black-Friday-Stickers. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass es sich um ein Sonderangebot handelt oder dass man auch tatsächlich spart. Laut Weibel von der HSLU reicht es sogar, wenn Händler Produkte auf einem eigenen Stand in der Mitte des Ladens platzieren. «Der Kunde nimmt an, dass es sich um ein gutes Angebot handeln muss, weil der Händler es ja hervorhebt», so der Experte.

 

 Zifferntricks 

Preise enden auch in der Schweiz oft auf 95 oder 99 Rappen. Der Grund dafür ist simpel, wie Weibel erklärt: «Der Kunde liest den Preis von links nach rechts und hat die Tendenz, auf die erste Zahl abzurunden, die er sieht.» Ein Fernseher für 1999.95 Franken ist in der psychologischen Wahrnehmung des Konsumenten also näher bei 1000 als 2000 Franken.

 

Distanz 

Gerade im Onlinehandel werden in der Black-Friday-Woche riesige Umsätze erzielt. Ein Vorteil, den der Online-Handel hat, ist die Distanz. Der Kunde muss nicht ins Geschäft und bezahlt bargeldlos. «Dadurch nimmt das psychologische Schmerzempfinden beim Bezahlen ab», erklärt Weibel. Beim Online-Shopping oder bei Kartenzahlung tut das Geldausgeben weniger weh. 

 

 

Danke für den tollen und hilfreichen Artikel an: R. Knecht - Quelle: 20min.ch

 



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